Zur Aufstockung der Haushaltsmittel für
Jugendfreiwilligendienste erklären der Obmann der
SPD-Bundestagsfraktion im Unterausschuss
Bürgerschaftliches Engagement, Sönke Rix und die Sprecherin der
Arbeitsgruppe Bürgerschaftliches Engagement der
SPD-Bundestagsfraktion, Ute Kumpf:
Durch die Initiative der SPD-Bundestagsfraktion wurde in
der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschuss
parteiübergreifend eine Aufstockung der Mittel für 2007 von
18 auf 19 Millionen Euro für die Jugendfreiwilligendienste
beschlossen. Das ist ein großer Erfolg für alle Jugendlichen,
die ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges
Ökologisches Jahr absolvieren wollen.
Mit diesen zusätzlichen Mitteln wollen wir eine weitere
Million Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF)
aktivieren. Das dadurch finanzierte Programm für
benachteiligte und bildungsferne Jugendliche geht über
sieben Jahre. Wir können so insgesamt 14 Millionen Euro
mehr in die Jugendfreiwilligendienste investieren. Damit
wollen wir Jugendliche mit Haupt- und Realschulabschluss
sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund fördern, die
sonst nur schwer Zugang zu den Freiwilligendiensten
finden. Das setzt eine intensivere Betreuung durch die
Einsatzstellen und Träger voraus, die wir durch diese Mittel
ermöglichen.
Diese Investition lohnt sich. Nach der Schule für ein Jahr aus freien Stücken
anderen helfen, behinderten Menschen durch ihren Alltag unterstützend
begleiten, in Brasilien eine Zeitung im Obdachlosenheim für Obdachlose
schreiben, in einer Naturschutzstation das Wattenmeer erforschen - das ist
die Erfolgsgeschichte der Jugendfreiwilligendienste als besondere Form des
bürgerschaftlichen Engagements. Sie sind Lernorte zwischen Schule und
Beruf, vermitteln wichtige soziale Fähigkeiten und stärken Selbstständigkeit
und Eigenverantwortung.
Im letzten Jahr haben sich über 18.000 Jugendliche im In- und Ausland
engagiert. Hinzu kommen fast 4.000 junge Männer, die anstelle ihres
Zivildienstes einen Freiwilligendienst absolvierten. Die Bewerberzahl
übersteigt bei weitem die Zahl der angebotenen Plätze. Bei den
Inlandsdiensten bewerben sich auf einen Platz bis zu drei Freiwillige, für das
Ausland sind es sogar bis zu zehn. Umso wichtiger ist für uns die Erhöhung
der Haushaltsmittel.
Die SPD-Bundestagsfraktion steht für den Ausbau und die Förderung der
Freiwilligendienste. Im Jahr 2005 wurde auf unsere Initiative
parteiübergreifend der Antrag "Zukunft der Freiwilligen-dienste" im
Bundestag fraktionsübergreifend beschlossen. Darin fordern wir verbesserte
Rahmenbedingungen für Freiwilligendienste.
Das 2002 verabschiedete "Gesetz zur Änderung des Gesetzes zur
Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres und anderer Gesetze" wurde in
diesem Jahr evaluiert. Unser bundesweiter Kongress zur "Zukunft der
Freiwilligendienste" mit über 300 Trägern und Engagierten hat gezeigt, dass
wir mit unseren politischen Schlussfolgerungen auf dem richtigen Weg sind.
Die Förderung benachteiligter Jugendlicher in den Freiwilligendiensten, mehr
Anerkennung für Freiwillige und klare rechtliche und soziale
Rahmenbedingungen sind unser Ziel.
Zudem hat die SPD-Bundestagsfraktion das Modellprogramm
"Generationsübergreifende Freiwilligendienste" 2005 auf den Weg gebracht.
Diese Freiwilligendienste zielen darauf ab, die positiven Erfahrungen aus den
Jugendfreiwilligendiensten für alle Altersgruppen zu öffnen. In bundesweit
über 50 Modellprojekten wollen wir bis 2008 neue Wege für die
Freiwilligendienste ausloten, neue Zielgruppen, Einsatzbereiche und Träger
gewinnen. Mit dem Generationenbezug wollen wir neue Beziehungen und
Solidaritätsleistungen zwischen den Generationen stiften, indem zum
Beispiel Rentner allein erziehenden Müttern bei Ämterangelegenheiten zur
Seite stehen oder Computerspezialisten Senioren das Computer-Einmaleins
näher bringen. Dafür stehen 2007 insgesamt neun Millionen Euro im
Bundeshaushalt zur Verfügung.

