Veröffentlichung:
10.11.06
Eine Million Euro mehr für die Jugendfreiwilligendienste

Download als PDF-Datei



















Weitere Standpunkte

10.11.2006
1 Million Euro mehr für die Jugendfreiwilligendienste


Zur Aufstockung der Haushaltsmittel für Jugendfreiwilligendienste erklären der Obmann der SPD-Bundestagsfraktion im Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement, Sönke Rix und die Sprecherin der Arbeitsgruppe Bürgerschaftliches Engagement der SPD-Bundestagsfraktion, Ute Kumpf:

Durch die Initiative der SPD-Bundestagsfraktion wurde in der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschuss parteiübergreifend eine Aufstockung der Mittel für 2007 von 18 auf 19 Millionen Euro für die Jugendfreiwilligendienste beschlossen. Das ist ein großer Erfolg für alle Jugendlichen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren wollen.

Mit diesen zusätzlichen Mitteln wollen wir eine weitere Million Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) aktivieren. Das dadurch finanzierte Programm für benachteiligte und bildungsferne Jugendliche geht über sieben Jahre. Wir können so insgesamt 14 Millionen Euro mehr in die Jugendfreiwilligendienste investieren. Damit wollen wir Jugendliche mit Haupt- und Realschulabschluss sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund fördern, die sonst nur schwer Zugang zu den Freiwilligendiensten finden. Das setzt eine intensivere Betreuung durch die Einsatzstellen und Träger voraus, die wir durch diese Mittel ermöglichen.

Diese Investition lohnt sich. Nach der Schule für ein Jahr aus freien Stücken anderen helfen, behinderten Menschen durch ihren Alltag unterstützend begleiten, in Brasilien eine Zeitung im Obdachlosenheim für Obdachlose schreiben, in einer Naturschutzstation das Wattenmeer erforschen - das ist die Erfolgsgeschichte der Jugendfreiwilligendienste als besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements. Sie sind Lernorte zwischen Schule und Beruf, vermitteln wichtige soziale Fähigkeiten und stärken Selbstständigkeit und Eigenverantwortung.

Im letzten Jahr haben sich über 18.000 Jugendliche im In- und Ausland engagiert. Hinzu kommen fast 4.000 junge Männer, die anstelle ihres Zivildienstes einen Freiwilligendienst absolvierten. Die Bewerberzahl übersteigt bei weitem die Zahl der angebotenen Plätze. Bei den Inlandsdiensten bewerben sich auf einen Platz bis zu drei Freiwillige, für das Ausland sind es sogar bis zu zehn. Umso wichtiger ist für uns die Erhöhung der Haushaltsmittel.

Die SPD-Bundestagsfraktion steht für den Ausbau und die Förderung der Freiwilligendienste. Im Jahr 2005 wurde auf unsere Initiative parteiübergreifend der Antrag "Zukunft der Freiwilligen-dienste" im Bundestag fraktionsübergreifend beschlossen. Darin fordern wir verbesserte Rahmenbedingungen für Freiwilligendienste.

Das 2002 verabschiedete "Gesetz zur Änderung des Gesetzes zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres und anderer Gesetze" wurde in diesem Jahr evaluiert. Unser bundesweiter Kongress zur "Zukunft der Freiwilligendienste" mit über 300 Trägern und Engagierten hat gezeigt, dass wir mit unseren politischen Schlussfolgerungen auf dem richtigen Weg sind. Die Förderung benachteiligter Jugendlicher in den Freiwilligendiensten, mehr Anerkennung für Freiwillige und klare rechtliche und soziale Rahmenbedingungen sind unser Ziel.

Zudem hat die SPD-Bundestagsfraktion das Modellprogramm "Generationsübergreifende Freiwilligendienste" 2005 auf den Weg gebracht. Diese Freiwilligendienste zielen darauf ab, die positiven Erfahrungen aus den Jugendfreiwilligendiensten für alle Altersgruppen zu öffnen. In bundesweit über 50 Modellprojekten wollen wir bis 2008 neue Wege für die Freiwilligendienste ausloten, neue Zielgruppen, Einsatzbereiche und Träger gewinnen. Mit dem Generationenbezug wollen wir neue Beziehungen und Solidaritätsleistungen zwischen den Generationen stiften, indem zum Beispiel Rentner allein erziehenden Müttern bei Ämterangelegenheiten zur Seite stehen oder Computerspezialisten Senioren das Computer-Einmaleins näher bringen. Dafür stehen 2007 insgesamt neun Millionen Euro im Bundeshaushalt zur Verfügung.


Rix
Impressum
spd