Der in der vergangenen Woche vorgelegte "Kinderreport Deutschland 2007" des Kinderhilfswerks hat noch einmal verdeutlicht: Die Bekämpfung der Kinderarmut erfordert ein umfangreiches Maßnahmenpaket.
An Erkenntnissen mangelt es nicht, nur die konkreten Zahlen verändern sich von Studie zu Studie. Laut Kinderhilfswerk leben 2,5 Millionen Kinder in Deutschland in Armut und weitere 2,5 Millionen an der Grenze zur Armut. Der Report bestätigt, was wir bereits in verschiedenen Berichten lesen konnten und was wir im zuständigen Bundestagsausschuss stets diskutieren: Die zunehmende Armut von Kindern.
Deshalb haben wir Maßnahmen auf den Weg gebracht. Bereits in der letzten Legislaturperiode hat es sich die damalige Familienministerin Renate Schmidt zur Aufgabe gemacht, Kinder und deren Familien aus der Armut herauszuholen. Es wurde der so genannte Kinderzuschlag eingeführt, der Eltern davor schützt, allein wegen ihrer Kinder in den Arbeitslosengeld II-Bezug zu rutschen.
Unbestreitbar hat die Familienpolitik in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und wir haben mit unseren Beschlüssen den richtigen Weg eingeschlagen. Ich denke dabei an den geplanten Krippenausbau mit einem Rechtsanspruch für alle Kinder vom ersten Geburtstag bis zur Einschulung oder an das Elterngeld für das erste Lebensjahr des Kindes.
Doch das reicht noch lange nicht aus: Wir haben entschieden, dass der Kinderzuschlag weiter ausgebaut und flexibler gestaltet werden soll. Dann können noch mehr Familien vom Kinderzuschlag profitieren. Dafür haben die Haushaltspolitiker auf unsere Initiative 200 Millionen Euro für das nächste Jahr bereitgestellt. Zudem gilt es, Kindern aus sozial schwachen Familien eine gesunde Schulmahlzeit aus öffentlichen Mitteln zu finanzieren und eine Förderung von 150 Euro für eine Grundausstattung zum Schulbeginn auf den Weg zu bringen, so wie es die SPD fordert.
Grundsätzlich sollten alle familienpolitischen Leistungen auf den Prüfstand gestellt werden. Die Zersplitterung der Geldleistungen für Familien muss beendet werden, z. B. mit einer einheitlichen Familienkasse, die die Leistungen bündelt und für die Verteilung sorgen soll.
Armut ist jedoch nicht allein in Geld zu messen. Sie schlägt sich auch in einem schlechteren Gesundheitszustand, schlechterer Ernährung und geringeren Bildungschancen nieder. Ein Ausbau der Kinderbetreuung und eine frühe Förderung können Kinder aus armen Elternhäusern aus der Armutsspirale herausholen. Denn häufig wird die Armut von einer Generation zur nächsten vererbt und dies hängt häufig mit einer unzureichenden Bildung zusammen. Um eine angemessene Förderung aller Kinder von Anfang an gewährleisten zu können, müssen langfristig alle Krippen-, Kita- und Kindergartenplätze kostenfrei sein.

