Heute ist der Internationale Tag der Freiwilligen. Er wurde von den Vereinten Nationen ausgerufen, um den Einsatz Millionen Engagierter zu würdigen. In Deutschland sind es über 23 Millionen Menschen, die in Vereinen und Organisationen freiwillig und unentgeltlich unsere Gesellschaft mit gestalten. Dafür gebührt ihnen unsere Anerkennung. Doch Anerkennung allein reicht nicht.
Wir müssen die Rahmenbedingungen weiter verbessern, damit die Lust am bürgerschaftlichen Engagement nicht auf der Strecke bleibt.
Einiges haben wir in den letzten Jahren erreicht. Mit der Reform des Gemeinnützigkeitsrechts fördern wir z. B. konkret und finanziell: Jeder, der sich bürgerschaftlich engagiert und dafür eine Aufwandsentschädigung erhält, kann 500 Euro von seiner Steuerschuld abziehen. Übungsleiter in Sportvereinen oder in gemeinnützigen Einrichtungen können jetzt jährlich rund 250 Euro mehr bekommen.
Gerade arbeiten wir an einer Weiterentwicklung der Jugendfreiwilligendienste. Das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr kommen bei Schulabgängern gut an. Auf jeden Platz bewerben sich drei Jugendliche. Damit wir mehr Bewerbern einen Platz anbieten können, haben wir dafür gesorgt, dass die Haushaltsmittel für diese Dienste kontinuierlich erhöht wurden, allein im letzten Jahr von 18 auf 19 Millionen Euro. Mit dieser zusätzlichen Million konnte eine weitere Million aus dem Europäischen Sozialfonds geworben werden. Damit wird das Modellprogramm "Freiwilligendienste machen kompetent" gefördert, von dem in erster Linie benachteiligte Jugendliche profitieren sollen.
Doch wir wollen nicht allein das Engagement von Jugendlichen fördern. Das Modellprogramm Generationsübergreifende Freiwilligendienste (GÜF) setzt ganz neue Akzente. Hier engagieren sich Menschen unterschiedlichen Alters für eine bestimmte Zeit in Kindertagesstätten, Schulen, Altersheimen, sozialen Brennpunkten oder in der Nachbarschaftshilfe. Die GÜF wurden 2005 gestartet und haben bisher über 6500 Menschen erreicht.
Dank unseres Einsatzes gibt es im Haushalt 2008 erstmals eine eigene Haushaltstitelgruppe "Stärkung der Zivilgesellschaft". Wir haben dafür gesorgt, dass dafür zusätzlich zwei Millionen Euro bereit stehen. Auf Initiative der SPD bleiben die ca. 800 hauptamtlichen Mitarbeiterstellen des THW zur Stärkung der ehrenamtlichen Arbeit in den Ortsverbänden trotz geplanter Kürzungen erhalten.
Was die meisten vergessen: Auch unsere Kommunalpolitiker sind in den allermeisten Fällen ehrenamtlich tätig. Eine Form der Anerkennung dafür wäre eine hohe Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen im Mai.

