In der nächsten Woche werden wir im Bundestag das neue Jugendfreiwilligendienstegesetz beschließen. Das Gesetz regelt sowohl das freiwillige soziale Jahr (FSJ) als auch das freiwillige ökologische Jahr (FÖJ). Als zuständiger Berichterstatter für dieses Thema war ich an der Entstehung dieses Gesetzes beteiligt.
Jugendfreiwilligendienste sind bei jungen Menschen zwischen 16 und 27 sehr beliebt, rund 25.000 Jugendliche haben im letzten Jahr ein FSJ oder FÖJ absolviert. In einer Kita Kleinkinder und Erzieherinnen durch den Alltag zu begleiten, sich in Rumänien in einem Projekt zugunsten obdachloser Straßenkinder zu engagieren oder in einer Robbenaufzuchtstation an der Nordsee den Tierpflegern bei der Arbeit zu helfen, diese und viele andere Möglichkeiten bieten ein FSJ oder ein FÖJ.
Mit dem neuen Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten verbessern wir die Rahmenbedingungen für die Freiwilligendienste. Nachdem wir in den vergangenen Jahren mehrmals Erhöhungen der Haushaltsmittel für Freiwilligendienste im Bundesetat erreichen konnten, gehen wir nun noch einen Schritt weiter:
Bei der Neuregelung steht vor allem der Nutzen für die Teilnehmer im Mittelpunkt. So werden in Zukunft zum Beispiel Lernziele vereinbart. Damit wollen wir erreichen, dass die Freiwilligen nicht nur als billige Arbeitskräfte herhalten, sondern etwas für ihre Zukunft lernen. Zusätzlich dazu wird die Zahl der Seminartage erhöht, wenn der Freiwilligendienst länger als ein Jahr absolviert wird. Außerdem ist es jetzt möglich, ein FSJ oder FÖJ als so genannten Kombinationsdienst in Blöcken im In- und Ausland abzuleisten. Für die Anbieter von FSJ und FÖJ haben wir eine Regelung gefunden, die vermeidet, dass sie unter die Umsatzsteuerpflicht fallen.
Weiterhin ist klar: Wer ein FSJ oder FÖJ ableistet, tut etwas Gutes für die Gesellschaft und auch für sich selbst. Das ist ein Qualitätsmerkmal, das wir unbedingt erhalten müssen.
Eine Studie über die Jugendfreiwilligendienste hat gezeigt, dass nur eine bestimmte Zielgruppe von einem FSJ oder FÖJ profitiert. Meistens sind es nämlich gut situierte und gut ausgebildete junge Frauen und Männer, die einen Freiwilligendienst absolvieren. Das wollen wir ändern. Deshalb setzt die SPD-Fraktion sich dafür ein, dass mehr benachteiligte junge Menschen und Jugendliche nichtdeutscher Herkunft ein FSJ oder FÖJ absolvieren. Gerade für diese Jugendlichen ist ein FSJ oder FÖJ eine Möglichkeit, wichtige fachliche und soziale Fähigkeiten zu erlangen. Freiwilligendienste stärken Selbständigkeit, Selbstbewusstsein sowie die Eigenverantwortung und das Bewusstsein, auch für andere Menschen Verantwortung zu übernehmen. So sind Freiwilligendienste nicht nur für die Jugendlichen, sondern für die gesamte Gesellschaft ein Gewinn.

