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Rede
25.09.08
Engagement kennt keine Altersgrenzen

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Weitere Standpunkte

25.09.08 - Rede im Deutschen Bundestag:
Engagement kennt keine Altersgrenzen


Zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Diskriminierende Altersgrenzen im Bürgerschaftlichen Engagement aufheben“ erklärt Sönke Rix, MdB:

"Heute sprechen wir über den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. "Diskriminierende Altersgrenzen im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements aufheben". Ich glaube, dort wo es gesetzliche Altersgrenzen gibt (bspw. im FSJ/FÖJ, weltwärts und bei Schöffen) sind sie sachlich begründet und nachvollziehbar. Aber natürlich müssen die bisher bestehenden Altersgrenzen im bürgerschaftlichen Engagement überprüft werden. Allein die höhere Lebenserwartung und die Erhöhung des Renteneintrittsalters machen diese Überprüfung notwendig. Deshalb hat die Bundesregierung ein Gutachten in Auftrag gegeben, um einen umfassenden Überblick über die Altersgrenzen zu erhalten, die auch untergesetzlich in Vereinen und Verbänden bestehen. Die erste Forderung ihres Antrags ist also bereits erfüllt.

Außerdem beschäftigen wir uns seit geraumer Zeit mit dem Engagement von älteren Menschen. Mit dem Modellprojekt "Generationsübergreifende Freiwilligendienste" und den "Mehrgenerationenhäusern" werden explizit auch ältere Bürgerinnen und Bürger angesprochen. Wohlgemerkt: explizit nicht exklusiv. Denn das ist mir wichtig beim Thema Bürgerschaftliches Engagement: dass es generationenübergreifend stattfindet. Ich möchte nicht, dass wir die Generationen anhand von Alterstabellen in Gruppen einteilen und sie dann unterschiedlichen Projekten zuteilen. Das Miteinander ist entscheidend. So können die Jüngeren von den Älteren lernen und natürlich ist das auch umgekehrt so.

Das soziale Engagement von Menschen für Menschen ist der eigentliche Kitt unserer Gesellschaft. Neben denjenigen, die soziale Tätigkeiten hauptamtlich ausführen, gibt es zahlreiche freiwillig Engagierte (2004: 23 Mio.). Ohne die ginge es nicht. Ohne die würde etwas fehlen in unserer Gesellschaft. Zwischenmenschlichkeit, Aufmerksamkeit und Zuspruch leisten die freiwillig Engagierten. Zusätzlich zu dem, was der Staat leisten kann. Dieses Engagement brauchen wir. Sowohl das der jungen Generation als auch das der älteren.

Der Leitgedanke einer idealen generationsübergreifenden Engagementpolitik sollte meiner Vorstellung nach lauten: Wer will, der darf. Oder besser noch: Wer will, der soll können. Und es gibt viele Ältere, die wollen und können.

Die Initiative "Alter schafft Neues" konzentriert sich auf das Potenzial und die Kompetenz von Seniorinnen und Senioren. Mit Hilfe dieser Initiative sollen ältere Bürgerinnen und Bürger angesprochen und motiviert werden - auch zum freiwilligen Engagement.

Im jetzt gerade auslaufenden Programm "Generationenübergreifende Freiwilligendienste" hatten Menschen aller Generationen die Möglichkeit, sich zu engagieren. Und das in einem geregelten Rahmen (zwischen 8 und 20 Stunden/Woche). Die Erfolge dieses Projektes werden aufgegriffen. Das neue Programm "Freiwilligendienste aller Generationen" gewährleistet Qualitätsstandards, Qualifizierungsmöglichkeiten, Verbindlichkeit und passgenaue Angebote für Freiwillige, egal wie alt sie sind oder woher sie kommen. Es gelten keine Altersgrenzen für das bürgerschaftliche Engagement. Und dort, wo es welche gibt, werden sie gerade überprüft. Im Anschluss daran müssen wir entscheiden, ob sie geändert oder abgebaut werden. Das Motto der Woche des bürgerschaftlichen Engagements lautet: Engagement macht stark. Und das gilt für Jung und Alt. Dass alle Generationen davon profitieren, daran arbeiten wir seit langem und gerade jetzt. Ihr Antrag greift die richtigen inhaltlichen Punkte auf, jedoch werden diese bereits umgesetzt. Somit ist er überflüssig."


Rix
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