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Bericht aus Berlin:
06.03.09
Internationaler Frauentag
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06.03.09 - Bericht aus Berlin:
Internationaler Frauentag


In meinem kürzlich erschienenen Bericht aus Berlin über das starke Lohngefälle zwischen Frauen und Männern klang unser gleichstellungspolitischer Kurs bereits an. In dieser Woche begehen wir den internationalen Frauentag. Grund genug, noch einmal auf unsere politischen Strategien einzugehen, die eine Gleichstellung in allen Bereichen bewirken sollen.

Eins steht fest: Frauen wollen ihr Leben nach ihren Vorstellungen gestalten. Und das bedeutet für die allermeisten: berufstätig zu sein und Familie zu haben. Dafür tun Frauen viel. Sie investieren viel Zeit, Energie und Geld in ihre Ausbildung. Häufig sind Frauen besser qualifiziert als Männer. Gleichzeitig sind auch es auch die Frauen, die den Großteil der Kindererziehung, der Pflege von Angehörigen und des bürgerschaftlichen Engagements schultern.

Einiges haben wir in den letzten Jahren getan, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern: Mit der Einführung des Elterngelds, dem Ausbau der Kinderbetreuung und den Ganztagsschulen. Hinzu kommt, dass es jetzt auch für Väter attraktiv ist, in Elternzeit zu gehen und sich um die Kinder zu kümmern. Denn damit die Kinderbetreuung keine Frauensache bleibt, haben wir beim Elterngeld die Partnermonate durchgesetzt. Und die sind ein voller Erfolg.

Aber: Das allein reicht nicht aus! In einem weiteren wichtigen Schritt machen wir es uns nun zur Aufgabe, eine Beitragsfreiheit und Ganztagsplätze für Kitas zu erlangen. Denn häufig sind Beiträge und eingeschränkte Betreuungszeiten ein Hinderungsgrund für Frauen, ihren Beruf auszuüben. Ganztagesplätze in Kitas sind außerdem eine wichtige Maßnahme zur Unterstützung von Alleinerziehenden.

Aber nicht nur auf die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssen wir antworten finden. Auch Unternehmen müssen verstärkt auf Gleichstellung Einfluss nehmen. Zurzeit werden nämlich die Schlüsselpositionen in der Wirtschaft immer noch fast ausschließlich von Männern besetzt. Und: Die allermeisten Beschäftigten im Niedriglohnbereich und in den ungeschützten Beschäftigungsverhältnissen sind Frauen. Das gleiche gilt für den Teilzeitbereich. Im Durchschnitt verdienen Frauen 23 Prozent weniger als Männer. Dies alles hat negative Auswirkungen, nicht zuletzt auf die. Absicherung von Frauen bei Arbeitslosigkeit und im Alter.

Deshalb haben wir einen Forderungskatalog formuliert, der endlich Gleichberechtigung schaffen soll: Dazu gehört neben der Forderung nach einer gerechten Bezahlung die Einführung einer gesetzlichen Quote für die Besetzung der Aufsichtsratsgremien und gesetzliche Maßnahmen, die Unternehmen verpflichten, Frauen in Führungspositionen zu bringen. Auch der Mindestlohn gehört dazu: Denn wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben Mindestlöhne in neun Branchen mit insgesamt 3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erstritten. Das ist ein großer Erfolg. Wir halten aber an unserem Ziel fest, einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn einzuführen. Dieser Mindestlohn wird alle Frauen im Niedriglohnbereich erreichen.

Unsere bisherigen Maßnahmen waren ein guter Anfang. Hier müssen wir weitermachen. Wir kämpfen für eine Gesellschaft in der Frauen und Männer gleich, frei und solidarisch miteinander leben können. Veraltete Rollenmuster und jegliche Form der Diskriminierung werden wir nicht akzeptieren und uns weiter für gleiche Rechte und gleiche Behandlung in Bildung, Ausbildung, Beruf und Karriere einsetzen.


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