Sönke Rix Bundestagsabgeordneter für den Kreis Rendsburg-Eckernförde


Meinung

Bericht aus Berlin

In regelmäßigen Abständen bittet die Eckernförder Zeitung die Rendsburg-Eckernförder Bundestagsabgeordneten um einen Bericht aus Berlin. Mit 2.700 Zeichen sollen wir berichten, was im Parlament gerade aktuell ist, was uns bewegt, womit wir uns beschäftigen. Ich komme dieser Bitte gerne nach.

Umdenken und genießen!

26.01.2012

Die Grüne Woche, die zurzeit in Berlin stattfindet, ist die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Zahlreiche Aussteller kommen auch in diesem Jahr aus Schleswig-Holstein, insbesondere aus dem Norden unseres Bundeslandes. Sie alle verbürgen sich mit Ihrem guten Namen für die Qualität ihrer Produkte – von der ich mich verschiedentlich auch selbst überzeugen konnte.

 Doch das ist leider nicht selbstverständlich: Immer hören, lesen und erfahren wir, dass es bei der Herstellung von Lebensmitteln zu gesundheitsgefährdenden und manchmal auch lebensgefährlichen Vorfällen kommt.

Geriebener Käse, der gar kein Käse ist. Verdorbenes Fleisch, das mit frischen Etiketten in die Nahrungskette gelangt, Gifte und Medikamentenrückstände in unserer Nahrung – von solchen Skandalen erfahren wir Verbraucherinnen und Verbraucher meist erst aus den Medien. Der eigentliche Skandal ist jedoch, dass häufig auch abseits der großen und in der Öffentlichkeit diskutierten kriminellen Vorkommnisse in der Nahrungsmittelindustrie ganz legal Lebensmittel vertrieben werden, die nur noch vorgaukeln, gesund, natürlich und unter besten Bedingungen hergestellt zu sein. Tatsächlich werden sie industriell in Großbetrieben produziert, um möglichst viel für möglichst wenig Geld anbieten zu können. Und nach jedem öffentlichen „Skandal“ kündigt die Bundesregierung an, die Verbraucheraufklärung zu verbessern, Informationen zur Verfügung zu stellen und somit für mehr Transparenz zu sorgen.

Abgesehen davon, dass in diesem Bereich nichts geschieht, reicht Aufklärung alleine nicht! Ich meine: Es muss sich grundsätzlich etwas ändern. Wir müssen weg von den industriellen Großbetrieben mit mehreren 1000 Hektar Produktionsfläche. Einen Schritt in die richtige Richtung macht meiner Ansicht nach die Europäische Union mit ihren Plänen zur Agrarreform. Die EU-Agrarsubventionen sollen ab dem nächsten Jahr gedeckelt und an Umweltauflagen gekoppelt sein. Diese Pläne führen zu einer Bevorzugung von kleineren landwirtschaftlichen Betrieben.

Natürlich ist auch Transparenz und Aufklärung wichtig. Und eine strenge Kontrolle – insbesondere von Futtermitteln. Aber auch die Konsumentinnen und Konsumenten tragen Verantwortung. Immer mehr nehmen diese auch wahr: Sie kaufen regionale Produkte und Lebensmittel aus biologischem Anbau bzw. biologischer Aufzucht. Diese Produkte sind teurer, aber auch besser. Im europäischen Vergleich sind Lebensmittelpreise in Deutschland absolut günstig – da leidet oftmals die Qualität. Ein tiefgefrorenes Hühnchen für 2,99 Euro kann kein „glückliches“ Huhn gewesen sein. Wenn hier ein Umdenken stattfindet, ist dies eine große Chance für regionale Vermarktungsstrukturen.

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Kommentare:

Kommentar von Siegfried Reuter am 26.01.2012 um 18:08

Für kontrollen braucht man genügend Fachleut, die anscheinend fehle. BioGemüse und Fleisch hört sich gut an aber die Preise kann ein Kleinverdiener nicht bezahlen.

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