Sönke Rix Bundestagsabgeordneter für den Kreis Rendsburg-Eckernförde


Meinung

Bericht aus Berlin

In regelmäßigen Abständen bittet die Eckernförder Zeitung die Rendsburg-Eckernförder Bundestagsabgeordneten um einen Bericht aus Berlin. Mit 2.700 Zeichen sollen wir berichten, was im Parlament gerade aktuell ist, was uns bewegt, womit wir uns beschäftigen. Ich komme dieser Bitte gerne nach.

Endlich Rente

13.10.2016

Endlich Rente – viele Menschen freuen sich darauf, bringt der Wegfall der Berufstätigkeit doch mehr Freiräume mit sich. Die Selbstbestimmtheit, die sich hierin widerspiegelt, bedeutet aber zunächst einmal, selbst entscheiden zu können, wann das Arbeitsleben endet.

Die Erfahrung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist ein wertvolles Gut, das nicht auf das Abstellgleis gehört! Andere haben körperlich hart gearbeitet und können das irgendwann nicht mehr. Auch psychische Erkrankungen werden häufiger. Die Betroffenen dürfen wir nicht vergessen!

Die Menschen eint die Sorge, dass sich ihr Lebensstandard nach dem Ende des Arbeitslebens verschlechtern könnte, ihnen gar Altersarmut droht. Letztere ist mit sozialer Gerechtigkeit unvereinbar. Damit es nicht dazu kommt, arbeiten wir seit geraumer Zeit an Lösungen. Eine ausreichende Rente kann z. B. nur erwirtschaftet werden, wenn entsprechend hohe Löhne gezahlt werden. Deshalb haben wir den Mindestlohn durchgesetzt. Genauso wichtig: Die Lohngleichheit; Frauen müssen endlich genauso viel verdienen, wie ihre Kollegen!

Um den individuellen Vorstellungen der Menschen gerecht zu werden, arbeiten wir derzeit an der sogenannten „FlexiRente“: Damit sollen die Gestaltungsmöglichkeiten für einen flexiblen, selbstbestimmten Wechsel in den Ruhestand gestärkt werden. Sie soll auch mehr Menschen ermöglichen, länger zu arbeiten.

Damit das Rentenniveau nicht weiter fällt, sondern ansteigt, sind in der Rentenpolitik Weichenstellungen erforderlich. Das  Rentensystem muss mit erheblich mehr Geld ausgestattet werden, um der demografischen Entwicklung und dem Anspruch der Menschenwürde auch im Alter gerecht werden zu können. Zur Finanzierung müssen verstärkt Steuergelder herangezogen werden. Außerdem müssen diejenigen mit soliden Einkommen höhere Beiträge zahlen, um Geringverdiener zu entlasten. 

Ich bin dafür, anstelle der Rentenversicherung langfristig eine Bürgerversicherung einzuführen, die alle Menschen in einem gemeinsamen System vereint. Beamte und Selbstständige müssen einbezogen werden. Damit muss heute begonnen werden. Menschen, die langjährig gearbeitet haben und trotzdem weniger als 850 Euro verdienen, sollen eine SolidarRente in dieser Höhe als zweite Stufe der Grundsicherung erhalten. Die Kosten hierfür sollen aus Steuermitteln finanziert werden. 

Klar ist: Es gibt kein Rentensystem mit „Ewigkeitsgarantie“. Auch die dargestellten Neuerungen werden sich am Wandel der Zeit messen lassen müssen. Und wir sind mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gefordert, im Interesse der Menschen neue Lösungen zu entwickeln. Sozialdemokratische Lösungen gibt es aber nicht in einer Großen Koalition.

Erschienen als "Bericht aus Berlin" in der Eckernförder Zeitung am 13.10.2016 zur Fragestellung: „Die Rente ist sicher, nur wie?“

Trackback-URL

Schlagwörter:

Kommentar eintragen:

Vorname:
Nachname*:
Email:
Website:
Kommentar*:
Sicherheitscode*: CAPTCHA Image
 

Kommentare:

Noch keine Kommentare vorhanden.

Trackbacks:

Noch keine Trackbacks vorhanden.



Soenke2015

Aktuell


Alle aktuellen Meldungen

 

Alle aktuellen Termine

Navigation

A+ A-

Bericht aus Berlin