Sönke Rix Bundestagsabgeordneter für den Kreis Rendsburg-Eckernförde


Themen

Arbeit und Familie im Wandel

24.02.2010

In dieser Woche bin ich zu einer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung eingeladen. Die Veranstaltung behandelt die Fragestellung, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Eltern Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren können.

Die Anforderungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind heute andere als noch vor zwanzig Jahren. Es gibt flexiblere Arbeitsverhältnisse, die keine langfristige Sicherheit mehr gewährleisten.

Aber auch festangestellte Vollzeitarbeitnehmer spüren den zunehmenden Leistungsdruck. Das heißt: mehr Dienstreisen, mehr Überstunden, mehr Wochenenddienste. Und für alle wächst der wirtschaftliche Druck durch die Wirtschafts- und Finanzkrise.


Wer keine Familie zu versorgen hat, mag das schaffen - manchen bringt es sogar Spaß, ihr Leben um die Arbeit herumzustricken. Für diejenigen aber, die eine Familie haben, ergeben sich aus dieser Situation Schwierigkeiten, die sie immer wieder aufs Neue bewältigen müssen. Deshalb müssen wir uns mit diesen veränderten Rahmenbedingungen auseinandersetzen und Lösungen für die Familien finden.

Einiges haben wir in den letzten Jahren durchsetzen können: Das Elterngeld, der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab 2013 und die Ganztagsschulen. Trotzdem gibt es noch viel zu tun. Leider hat sich die neue Regierung und mit ihr die noch neuere Familienministerin bisher nicht an die Arbeit gemacht. Dabei ist dieses Feld viel zu wichtig, um brach zu liegen. Wir haben unsere Positionen dazu klar formuliert: Wir wollen einen quantitativen Ausbau der Kinderbetreuung und gleichzeitig die Qualität der Betreuung sicherstellen und verbessern. Dazu gehören bessere Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erziehern, Fortbildungen und nicht zuletzt angemessene und gute Löhne. Wir wollen einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagesbetreuungsplatz ab 2013. Besonders Alleinerziehende würden davon profitieren. Wir wollen geschlechtergerechte Löhne - denn immer noch verdienen Frauen im Durchschnitt 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, dabei müssen auch sie ganze Familien ernähren. Deshalb wollen wir eine Ombudsstelle einrichten, die Lohnmessungen bei Unternehmen veranlassen kann. Gleichzeitig sollen Betriebsräte das Recht erhalten, vom Arbeitgeber eine Statistik darüber zu verlangen, ob die Löhne im Unternehmen gerecht sind. Wir wollen eine Quote für Frauen in Aufsichtsräten von 40 Prozent in den börsennotierten Unternehmen. Nicht in erster Linie, um den (wenigen) Frauen, die dann tatsächlich auch im Aufsichtsrat sitzen, zu einem Karrieresprung zu verhelfen, sondern weil dies mittel- und langfristig andere Realitäten in den Unternehmen schafft.

Gesetzgebung ist aber nicht alles. Wir brauchen eine breite gesellschaftliche Debatte über Arbeit und Familie im Wandel. 

Bericht aus Berlin als PDF

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Schlagwörter: Gleichstellung, Geschlechtergerechtigkeit, Löhne, Kinderbetreuung

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