Sönke Rix Bundestagsabgeordneter für den Kreis Rendsburg-Eckernförde


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Schnelle Hilfe für Hebammen erforderlich

12.03.2014

Schnelle Lösungen für eine faire Vergütung und bezahlbare Versicherungen - das ist es, was die Hebammen in Deutschland brauchen.

Viele freiberufliche Hebammen können sich steigende Berufshaftpflichtprämien nicht mehr leisten und entscheiden sich zunehmend gegen die Ausübung der Geburtshilfe. Die Nürnberger Versicherung hat angekündigt, zum 01. Juli 2015 aus dem Versicherungskonsortium für Hebammen auszusteigen. Es gilt die flächendeckende Versorgung im Bereich der Geburtshilfe sicherzustellen und damit die Wahlfreiheit des Geburtsortes zu garantieren.


Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, damit das Haftungsrisiko im ärztlichen und nicht-ärztlichen Gesundheitsbereich von mehreren Schultern getragen wird. Aus finanziellen Gründen geben viele Hebammen auf. Geburtshäuser und Geburtsstationen in einzelnen Krankenhäusern schließen. Die schwangeren Frauen verlieren damit ihr Recht auf freie Selbstbestimmung des Geburtsortes. Zudem müssen sie vor allem in ländlichen Regionen oft viele Kilometer zurücklegen, um zum nächsten Krankenhaus mit Geburtsstation zu gelangen.


Seit mehreren Jahren sind die Prämien der Berufshaftpflichtversicherungen enorm gestiegen. Die nächste Steigerung auf dann 5091 Euro ist für 2014 bereits angekündigt. Mit ihren Honoraren können Hebammen diese Summe nicht mehr tragen. Damit verschärft sich die Situation der Versorgung von Frauen durch freiberufliche Hebammen bei der Geburt.

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Schlagwörter: Familienpolitik Hebammen

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Kommentar von Eberhard Blocher am 14.03.2014 um 05:46

Ich habe noch nie gelesen, wieso die Haftpflichtversicherungsprämien von Hebammen in den letzten Jahren überhaupt so exorbitant gestiegen sind.

Das liegt ja wohl an irgendwelchen klagewütigen Eltern, oder? Man kann das doch nicht nur an der finanziellen Frage festmachen, das Problem liegt ja wohl tiefer ...

Kommentar von Sönke Rix am 20.03.2014 um 15:48 (Website)

Sehr geehrter Herr Blocher,

der Grund für die massiven Beitragssteigerungen bei der Hebammenpflichtversicherung liegen nach Angaben der Versicherungswirtschaft in deutlich höheren Leistungen, die die Versicherer zugunsten geschädigter Personen zu erbringen hätten. Zwar habe sich die Anzahl der schweren Geburtsschäden nicht erhöht, jedoch sei eine deutliche Leistungsausweitung je einzelnem Versicherungsfall gegeben.

Außerdem werden als Gründe angeführt:
• eine aufwändigere medizinische und pflegerische Betreuung der Geschädigten
• höhere Verdienstausfallansprüche der Geschädigten
• erheblich gestiegene Heilbehandlungs- und Pflegekosten sowie Kosten für Verdienstausfall durch eine höhere Lebenserwartung der Geschädigten
• deutlich verstärkte Regresse der Sozialversicherungsträger
• höhere Schmerzensgelder.

Aber natürlich gebe ich Ihnen Recht: Die Frage der finanziellen Absicherung ist nur eine von vielen, wenn es zu schweren Geburtsschäden kommt.

Klar ist für mich aber auch: Eltern, die aufgrund eines Geburtsschadens selbst langfristige Folgeerkrankungen erleiden oder ein krankes oder behindertes Kind aufziehen, müssen finanziell angemessen entschädigt und unterstützt werden. Deshalb müssen wir eine Lösung für die Hebammenhaftpflichtversicherung finden, die einerseits den Anspruch von geschädigten Eltern und Kindern berücksichtigt, andererseits aber auch die Existenz der Hebammen nicht gefährdet.

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