Sönke Rix Bundestagsabgeordneter für den Kreis Rendsburg-Eckernförde


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Echte Gleichstellung - jetzt!

09.03.2011

Im Jahr 1911 wurde der erste internationale Tag der Frau begangen. Frauen kämpften darum, das Wahlrecht zu bekommen und für bessere Bezahlung. Heute – 100 Jahre später – haben Frauen formal die gleichen Rechte wie Männer. Doch die tatsächliche Gleichstellung ist auch im 21. Jahrhundert noch nicht erreicht. Es wird höchste Zeit, echte Gleichstellung in Wirtschaft und Beruf durchzusetzen – auch per Gesetz.

Obwohl Frauen inzwischen bessere Bildungsabschlüsse machen als Männer, haben sie in der Arbeitswelt nach wie vor schlechtere Chancen auf gute Arbeit und eigene Karriere: Sie sind in geringerem Maße erwerbstätig als sie es sich selbst wünschen. Sie erhalten selbst bei gleicher Qualifikation für die gleiche Tätigkeit durchschnittlich weniger Lohn als Männer. Sie sind überdurchschnittlich häufig im Niedriglohnsektor beschäftigt und finden sich deutlich seltener in Führungspositionen wieder.

Frauen verdienen durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer. Nicht allein die Tatsache, dass typische „Frauenberufe“ – häufig im sozialen oder pädagogischen Bereich – schlechter entlohnt werden als beispielsweise technische Berufe, in denen Männer öfter beschäftigt sind, tragen zu diesem Lohnabstand bei, sondern handfeste Diskriminierung: Denn Frauen und Männer werden bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation im gleichen Betrieb unterschiedlich entlohnt – die Frau im häufigsten Fall schlechter. Für mich ist klar: Das muss sich ändern. Wir wollen eine gesetzliche Grundlage schaffen, um für Entgeltgleichheit in privaten Betrieben und in öffentlichen Einrichtungen zu sorgen.

In Mini- und Teilzeit-Jobs arbeiten mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer. Wir wollen den Niedriglohnsektor zurückdrängen und sozial abgesicherte, unbefristete und angemessen bezahlte Arbeit stärken. Dazu gehört an erster Stelle ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn.

Mir ist klar: Wer politisch weiter untätig bleibt, wird nichts für die Gleichstellung von Frauen und Männern erreichen. Das lehrt die Erfahrung der letzten Jahre und Jahrzehnte. Wir müssen neue Weichen stellen, damit Frauen für die gleiche Leistung den gleichen Lohn und die gleichen Karrierechancen haben. Echte Gleichstellung muss in Deutschland Gesetz werden.

Freiwillige Zusagen der Wirtschaft haben bislang keinen Durchbruch gebracht. Deshalb fordern wir gesetzliche Regelungen, um echte Gleichstellung von Frauen in Wirtschaft und Beruf durchsetzen. Während Frauenministerin Schröder und Bundeskanzlerin Merkel Anfang Februar einmal mehr eine freiwillige Verpflichtung mit der Wirtschaft geschlossen haben, hat die SPD-Bundestagsfraktion einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der eine gesetzliche Quote von 40 Prozent Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorständen von deutschen DAX-Unternehmen fordert.

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