Jugendherbergen brauchen Unterstützung

Bei meinem Besuch in der Jugendherberge Eckernförde haben Geschäftsführer Stefan Wehrheim und die Herbergseltern Steinhart mir die aktuelle Lage geschildert.

Bild: Team Rix

Gerade in Zeiten von Corona ist es wichtig, Einrichtungen zu besuchen, sich ein Bild vor Ort zu machen und zu prüfen, wo Hilfen seitens der öffentlichen Hand notwendig sind. Darum habe ich gemeinsam mit dem SPD-Ratsherrn Jürgen Neumann die Jugendherberge (DJH) in Eckernförde besucht, die aktuell 15 Mitarbeiter*innen beschäftigt. Diese Einrichtung gehört zu insgesamt 39 Jugendherbergen in ganz Schleswig-Holstein, von denen aktuell 31 trotz Corona, mit eingeschränktem Betrieb, geöffnet sind. Insgesamt beschäftigen diese Einrichtungen etwa 900 Mitarbeiter*innen in den verschiedensten Positionen, von der Küchenhilfe bis zur Rezeption. Auch Saisonkräfte, zum Teil aus Osteuropa, kommen jedes Jahr nach Schleswig-Holstein, um hier zu arbeiten.

Doch durch die Pandemie fiel ein Drittel der Mitarbeiter*innen weg. Am Standort Eckernförde konnten zumindest die Arbeitsplätze der festen Mitarbeiter*innen gesichert werden. Die Einrichtung ist trotz ihres Alters solide ausgestattet, hat eine gute Lage mit Meerblick und eine sehr engagierte neue Herbergsleitung. Es kommen im Moment hauptsächlich Tourist*innen und Familien dorthin, die für wenig Geld Urlaub am Meer machen möchten. Gruppen kommen auf Grund der Corona-Pandemie gerade nur selten.

„Wir wollen keine kommerzielle, sondern weiterhin eine soziale Einrichtung sein“, berichtet Stefan Wehrheim, Geschäftsführer der Jugendherbergen in Schleswig-Holstein. Um so mehr seien die Einrichtungen daher auf die Unterstützung durch die öffentliche Hand angewiesen. „Normalerweise können wir über die Sommermonate ein finanzielles Polster für den Winter anlegen, welches in diesem Jahr aber wegfällt.“ Es hätten zwar trotz Corona viele Zimmer belegt werden können, allerdings lange nicht so viele wie sonst. Die Klassen- und Gruppenfahrten, die sonst das Haus füllten, seien fast komplett weggefallen, aktuell seien junge Familien die Hauptbesuchergruppe. Sowohl die Jugendherbergen als auch die betroffenen Gruppen, deren Fahrten gestrichen worden sind, brauchen finanzielle Unterstützung. Hier ist das Land in der Verantwortung.

Es darf nicht passieren, dass sowohl die Herbergen als auch die Lehrer*innen und Eltern auf ihren Kosten sitzen bleiben. In anderen Bundesländern gibt es bereits eigene Hilfsprogramme. Schleswig-Holstein muss hier dringend ebenfalls eine Regelung auf den Weg bringen. Für eine flexiblere Planung bietet die Jugendherberge in Eckernförde aktuell eine Stornierungsfrist von nur vier Wochen an, in durch Corona begründeten Fällen reicht sogar nur ein Tag.

Die aktuell vom Bund zur Verfügung gestellte Überbrückungshilfe kann rückwirkend von Einrichtungen beantragt werden. Allerdings fügt Stefan Wehrheim hinzu, durch die Kleinbeihilfenregelung würden die Gelder in seinen Einrichtungen nicht ankommen, da sie eine Verbandsstruktur hinter sich hätten, anders als beispielsweise Schullandheime.

Der Bund wird diese Woche zusätzlich zum 150 Millionen Euro-Programm und den Krediten ein neues Soforthilfe-Paket über 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen, das einzelne Einrichtungen entlasten und unterstützen soll.

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