Bürgerschaftliches Engagement

Mehr als 23 Millionen Bürger engagieren sich in Deutschland freiwillig und liefern damit einen wichtigen Beitrag für einen gestärkten Zusammenhalt unserer Gesellschaft und das demokratische Miteinander. Dieses Bürgerschaftliche Engagement unterstützt eine Gemeinschaft, die auf Vertrauen und Solidarität, Eigeninitiative und Verantwortung setzen kann. Ich denke, dass gerade jetzt – in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, geforderter Flexibilität und ständiger Mobilität, Solidarität und der Einsatz für andere für ein menschliches Zusammenleben immer wichtiger wird. Das heißt nicht, dass bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt dort einspringen sollen, wo der Staat eigentlich in der Pflicht wäre. Das freiwillige Engagement der Menschen ist immer ein zusätzliches. Aber: Durch bürgerschaftliches Engagement werden zahlreiche Angebote überhaupt erst möglich.

Dabei ist freiwilliges und unentgeltliches Engagement in den unterschiedlichsten Bereichen und Formen möglich. Ob nun bei der Begleitung sozialer Angebote, bei der Pflege öffentlicher Einrichtungen, in Vereinen und Verbänden, in Kultur und Sport und nicht zuletzt bei der Integration von Zuwanderern und dem Dialog verschiedener Religionen: Es kommt entscheidend darauf an, dass Bürgerinnen und Bürger aus eigenem Antrieb unsere Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität mit Leben füllen.

Aber Bürgerschaftliches Engagement braucht gute Rahmenbedingungen! Deshalb ist es Aufgabe für meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement und mich, neben der nachhaltigen Förderung und Unterstützung des freiwilligen Einsatzes vor allem die notwendigen rechtlichen und finanziellen Mittel zu schaffen. Wichtig ist dabei zum Beispiel ein geeigneter Versicherungsschutz, der den Freiwilligen eine gesetzliche Unfallversicherung ganz unabhängig vom Einsatzfeld als Pflichtversicherte bietet oder auch die Absicherung bei Unfällen oder Krankheiten, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Dienstes auftreten.

Ein wichtiges bundesweites Netzwerk, das sich die nachhaltige Förderung von Bürgergesellschaft und Bürgerschaftlichem Engagement in allen Gesellschafts- und Politikbereichen zum übergeordneten Ziel gesetzt hat ist das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE). Dieser Zusammenschluss von Akteuren aus Bürgergesellschaft, Staat und Wirtschaft wurde im Rahmen des von der UNO ausgerufenen „Internationalen Jahres der Freiwilligen“ im Juni 2002 gegründet und hat inzwischen über 220 Organisationen als Mitglieder. Neben der Verbesserung rechtlicher und organisatorischer Rahmenbedingungen sind die Zukunft der Freiwilligendienste und nicht zuletzt die Vernetzung nationaler Bürgergesellschaften zu einer gemeinsamen europäischen Bürgergesellschaft Themen des BBE.

Das BBE ist zudem beteiligt an der Arbeit und der Koordination des „Nationalen Forums für Engagement und Partizipation“. Die SPD-Fraktion hat sich in den letzten Jahren dafür eingesetzt, dass nicht allein über die Zivilgesellschaft und die Engagierten gesprochen wird – sondern mit ihnen. Diese Idee wird seit einem Jahr im Nationalen Forum verwirklicht. Hier diskutieren Experten, Engagierte, Praktiker, Unternehmer und Politiker über unterschiedliche Bereiche des Bürgerschaftlichen Engagements.